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Aktiv für Hannover
08.07.2021, 11:07 Uhr
"Bildersturm" gegen Rassismus?
Meine Haltung zur Forderung des Abrisses des Mahnmals gegen Kolonialismus
Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. Juni 2021 - Simon Benne
Hannover - Ich schätze die Ziele des Vereins kargah e.V., der sich offensichtlich gegen Rassismus in unserer Gesellschaft engagiert. Als dunkelhäutiger Deutscher stimme ich mit diesem Ziel überein.

Das der Verein den Abriss des sogenannten „Carl-Peters-Denkmals“ fordert zeigt aus meiner Sicht jedoch die bedenkliche Oberflächlichkeit, mit der der Trend zum „Bildersturm“ einhergeht. Zunächst gibt es kein „Carl-Peters-Denkmal“ in unserem Stadtbezirk mehr. Das genannte Denkmal ist vielmehr als „Mahnmal gegen Kolonialismus“ bekannt. In langen und harten Diskussionen wurde über die Jahre 1988 bis zum Jahr 2000 das Denkmal umgestaltet, umbenannt und umgedeutet.

Der Kolonialismus ist ohne Zweifel ein Schatten auf der deutschen Geschichte. Diese Geschichte durch Bildersturm vergessen zu machen birgt meines Erachtens jedoch die Gefahr der Verleugnung. Aus Verleugnung kann Vergessen folgen. So ist dem Kampf gegen Rassismus nicht gedient.

Die CDU im Bezirk und ich können uns vorstellen, die Aufklärungstafel am Denkmal noch umfangreicher zu gestalten. Das Denkmal abzureißen erweist dem Kampf gegen Rassismus dagegen einen Bärendienst. Es ist eine Zumutung die wir im Sinne der Erinnerung ertragen sollten.